Redemption
#BigDreams und das Helmhaus Zürich lassen im Fall Brian die Stoppuhr für die Zürcher Justiz laufen.

Diese Stopp-Uhr zeigt an, wie lange Brian Keller – früher bekannt als «Carlos» – bereits ohne rechtskräftiges Urteil in Haft ist. Seit dem 28. September 2017 hat Brian seine ursprüngliche Haftstrafe wegen versuchter schwerer Körperverletzung vollständig verbüsst. Doch Brians Weg führte statt in die Freiheit ins restriktivste und härteste Haftregime, das die Schweiz seit langem gesehen hatte. Grund dafür sind Delikte, die Brian allesamt im Gefängnis verübt haben soll,als er sich gegen seine Haftbedingungen zur Wehr gesetzt hatbe. Haftbedingungen, diewelche später von der UNO, demBundesgericht und der Nationalen Antifolterkommissionscharf kritisiertverurteilt wurden.Rassistische Übergriffe, körperliche Misshandlung und mehr als dreieinhalbJahre Isolation stellen gemäss verschiedener Expert:innen einen Fall von Folter dar.

Am 12.11.2022 wurde dieseStoppuhr in der Öffentlichkeit installiert, denn genau ein Jahr zuvor, am 12.11.2021, gab zuletzt das Bundesgericht Brian recht: Die harten Haftbedingungen, in denenBrian lebte, müssen in der Beurteilung mitberücksichtigt werden. Doch mittlerweile zieht sich das Verfahren gegen Brian mehr als fünf Jahre hin. Fünf Jahre, die Brian ohne Aussicht auf baldige Entlassung hinter Gittern verbracht hat. Das Kunstprojekt #BigDreams stellt gemeinsam mit Brian Fragen nach der Bedeutung der Menschenrechte und der rechtsstaatlichen Prinzipien in diesem Verfahren. Diese Stoppuhr soll als Kunstinstallation stets in der Öffentlichkeit sichtbar bleiben, um auf diesen Fall und die mit ihm verbundenen Missstände hinzuweisen.

Im Moment ist die Stoppuhr beim Helmhaus Zürich zu sehen. Hier haben #BigDreams wurde bereits im vergangenen Jahr im Rahmen der Ausstellung «WOHIN?» auf die Konsequenzen der von der ZürcherJustiz vertretenen Restriktionsideologie hingewiesen.

Die Zeit läuft.